



Unsere Geschichte
Die Anfänge des Cadre
Die Geschichte des Cadre Noir et Blanc beginnt in dem Moment, in dem jene der Schweizer Kavallerie endet, aus dem erklärten Willen heraus, deren Geist und Auftrag weiterzuführen. Mitte der 1970er-Jahre, anlässlich der Vorbereitungen zum 500-Jahr-Jubiläum der Schlacht bei Murten (1976), stellen die Behörden fest, wie schwierig es geworden ist, genügend Reiter für die Gedenkumzüge zu versammeln. Im Hinblick auf das 500-Jahr-Jubiläum des Eintritts Freiburgs in die Eidgenossenschaft (1981) beschliesst Staatsrat Joseph Cottet, zuständig unter anderem für Militärwesen und Landwirtschaft, eine berittene Truppe zu schaffen, die strukturiert, gut ausgebildet und dauerhaft verfügbar ist.

Um diesem Projekt eine breite und demokratische Basis zu geben, schreibt der Freiburger Pferdesportverband unter dem Vorsitz von Guy von der Weid über zweitausend Reiterinnen, Reiter und Pferdefreunde im ganzen Kanton an. Die Antworten, zahlreicher als erwartet, bringen sowohl Unterstützungszusagen als auch die Bereitschaft von Reitern, die materiellen Aufwände und die Disziplin auf sich zu nehmen, die mit der Zugehörigkeit zu einer berittenen Truppe verbunden sind.
Gründung und Aufbau

Guy von der Weid
Nach mehreren Vorbereitungssitzungen wird die Gesellschaft «Cadre Noir et Blanc» am 12. Juni 1980 offiziell gegründet. Sie steht allen offen, die sich verpflichten, das Pferd und das Reiten im militärischen Stil zu fördern, und verfügt von Anfang an über eine berittene Truppe von rund 50 Reitern, darunter sechs Musikanten. Den Vorsitz der Gesellschaft übernimmt Guy von der Weid, während der aus der Kavallerie stammende junge Offizier René Ulrich das Kommando über die berittene Truppe erhält.
Von Beginn an ist das Cadre als „Truppe im Einsatz“ konzipiert, bereit, auf offizielle Einladungen des Kantons zu reagieren und Freiburg an grossen Anlässen in der Schweiz und im Ausland zu vertreten. Die junge Truppe stellt sich damit in die Tradition der Freiburger Reiter, Erben einer militärischen Vergangenheit, die eng mit dem Pferd verbunden ist, und nimmt zugleich zeitgemässe Vereinsformen an.

René Ulrich
Name, Farben und Uniform
Der Name «Cadre Noir et Blanc» verweist sowohl auf die militärische Struktur der Truppe als auch auf die historischen Farben des Kantons Freiburg. Der Begriff «Cadre» erinnert eher an die gesammelte Truppe im Biwak als an die Aufstellung in Eskadrons, da die Freiburger Dragoner traditionell als Guiden, Melder und Aufklärungsdetachemente innerhalb von Regimentern dienten. Die Bezeichnung «Noir et Blanc» drängt sich in Anlehnung an die schwarz-weissen Kantonsfarben auf, die in der heraldischen Geschichte Freiburgs tief verankert sind.

Die Uniform wird mit grosser Sorgfalt nach der Ordonnanz der Freiburger Dragoner von 1792 rekonstruiert, gestützt auf gründliche Recherchen in historischen Quellen. Sie besteht insbesondere aus einem scharlachroten Rock und weisser Hose und verleiht dem Cadre bei Umzügen und Paraden ein sofort wiedererkennbares Erscheinungsbild. Die Truppe ist nach dem Modell eines Eskadrons organisiert, mit Stab, Zugführern und Musikanten, was ihren sportlichen wie militärischen Charakter zusätzlich unterstreicht.
Prägende Momente und erste Auftritte

Am 12. April 1981 erhält das Cadre Noir et Blanc auf dem geschichtsträchtigen Platz Notre-Dame in Freiburg seine Standarte im Rahmen einer feierlichen Zeremonie. Zwei prominente Paten begleiten die Truppe zu diesem Anlass: das Musikkorps der Landwehr und das „Noble Contingent“ der Freiburger Grenadiere. Am selben Tag leisten Offiziere, Unteroffiziere und Dragoner den Eid, die selbst auferlegten Regeln zu befolgen, ihrem Land Ehre zu machen und einem Ideal verpflichtet zu sein, das auf Ehre und Treue beruht.
Bereits vor der Standartenüberreichung bestreitet das Cadre mehrere bedeutende Auftritte. Im August 1980 präsentiert es sich am Marché-Concours national de chevaux in Saignelégier, wo der Kanton Freiburg Gastkanton ist. Es folgen Teilnahmen an den Feierlichkeiten zum 75-jährigen Jubiläum der waadtländischen Dragoner, Guiden und Mitrailleure in Lausanne sowie an den Tagen der Landwirtschaft in Olten im Rahmen des 500-Jahr-Jubiläums des Beitritts von Solothurn zur Eidgenossenschaft. Höhepunkt dieser ersten Jahre ist der eindrückliche Auftritt am grossen Umzug zum 500-Jahr-Jubiläum des Beitritts Freiburgs zur Eidgenossenschaft am 28. Juni 1981.
Offizielle Anerkennung durch den Staatsrat
Am 9. Juli 1991 erkannte der Staatsrat des Kantons Freiburg den Schwarzen und Weißen Rahmen offiziell als formation d'intérêt général (Vereinigung von allgemeinem Interesse) an und verlieh ihm damit eine dauerhafte Rolle im Dienste der Behörden und der freiburgischen Gemeinschaft. Dieser Entscheid besiegelte das privilegierte Verhältnis zwischen der berittenen Truppe, den kantonalen Institutionen und den großen öffentlichen Veranstaltungen. Er festschrieb den Auftrag, das Freiburger Reitererbe über gelegentliche Gedenkanlässe hinaus zu bewahren und lebendig zu erhalten.
Heutige Rolle und Auftrag
Heute ist das Cadre Noir et Blanc als offizielle berittene Truppe des Kantons Freiburg in historischer Uniform von 1792 anerkannt. Esr vertritt den Kanton bei offiziellen Zeremonien, traditionellen Festen, militärischen Gedenkanlässen und kulturellen Veranstaltungen im In- und Ausland. Mit seinem Engagement pflegt der Verein das Andenken an die Freiburger Kavallerie, fördert das Pferd und das Reiten im militärischen Stil und trägt zum Ansehen des Freiburger Brauchtums bei.
Durch das regelmässige Training seiner Reiter, die sorgfältige Pflege der Pferde und die Qualität seiner öffentlichen Auftritte bewahrt das Cadre ein lebendiges Erbe, das zugleich sportlich, historisch und identitätsstiftend für den Kanton ist. Als Erbe einer jahrhundertealten Tradition versteht es sich auch als offener Rahmen für neue Generationen, die sich für das Pferd und für die Pflege der schwarz-weissen Farben Freiburgs engagieren möchten.


